Vom Schaf zum Teppich

Grüne Decken. Rote Blümchen. Blaue Kissen. Wollweiße Kuschelschäfchen. Betritt man den kleinen Laden des Ötztaler Schafwollzentrums, wird man von einer bunten Farbenpracht empfangen. Viele flauschige Waren füllen die Regale, liebevoll gestaltete Dekoration baumelt von der Decke. Was als Betrieb zur Flachsverarbeitung begann, befindet sich heute in der dritten Generation und ist ein florierendes Zentrum der Weiterverarbeitung regionaler Schafwolle.

Der Weiterverarbeitung von Schafwolle hat sich die gesamte Familie Regensburger voller Herzblut verschrieben. Joachim Regensburger, Sohn des Seniorchefs, nimmt uns mit auf eine Führung durch die heiligen Hallen der Schafwolle.

Berge an Schafwolle

Im Ötztaler Schafwollzentrum sammelt sich Wolle aus zwei unterschiedlichen Quellen: Zum einen verkaufen und liefern die Bauern der Region ihre Schafwolle an Familie Regensburger, die sie dann zu wunderschönen Teppichen weiterverarbeitet. Zum anderen liefern auswärtige Firmen Schafwolle zum Waschen ans Schafwollzentrum. Dementsprechend stapelt sich die zu bearbeitende Schafwolle meterhoch unter die Decke der Maschinenhallen.

Fakten zum Tiroler Schafwollzentrum

  • Die Wolle, die ans Schafwollzentrum verkauft wird, stammt aus einem Umkreis von 150 km.
  • Der Preis für 1 kg Schafwolle liegt zwischen 0,30 € und 1,20 € – je nach Qualität, Farbe und Sauberkeit der Wolle.
  • Im Schafwollzentrum werden rund 50.000 kg Wolle pro Jahr verarbeitet.
  • Die Waschmaschine ist rund 1,50 m breit und 34 m lang.
  • In vier Tanks befinden sich insgesamt ca. 15.000 l Wasser.
  •  Die Schafwolle wird bei 50 bis 70°C gewaschen.
  • Ein Waschdurchgang dauert eine Stunde.
  • 10 Stunden wird täglich gewaschen.
  • Pro Tag werden rund 1.000 kg Wolle gewaschen.
  • Von diesen 1.000 kg bleiben 500 bis 700 kg gewaschene Wolle übrig.
  • Im Schafwollzentrum werden auch Teppiche in Handarbeit gewebt – die Weberin schafft 1 Laufmeter pro Stunde bei einer Breite von 1,5 m.
  • 59 Farbtöne und 10 harmonische Naturtöne stehen zur Wahl.

Die Bereiche des Ötztaler Schafwollzentrums

Lager: Im Lager befinden sich Berge an Schafwolle – entweder bereits farblich sortiert oder noch bunt gemischt.

Sortierung: Hier wird die Wolle händisch sortiert – sehr verschmutzte Wollstücke werden aussortiert, die Farben werden getrennt.

mechanische Reinigung: In diesem Schritt wird die vorab sortierte Wolle in einer Maschine aufgelockert, damit grober Schmutz abfallen kann.

Waschmaschine: Per Fließband wird die Wolle in der 34 Meter langen Waschmaschine mit einem Waschmittel auf basischem pH-Wert gewaschen.

Trocknung: Die Wolle wird am Fließband aufgelegt und mit heißer Luft getrocknet.

Presserei: Wird Wolle weiterverkauft oder zur Ursprungsfirma zurückgeschickt, wird sie platzsparend in Pakete gepresst und verschnürt.

Karderei: Die Schafwollfasern werden mittels zweier mit Drahtzähnen besetzten Walzen ausgezogen, also gekämmt – als Kardenband oder Vlies.

Spinnerei: Die Schafwolle wird zu Filzgarnen, Wollschnüren und Teppichwolle versponnen.

Weberei: Im Schafwollzentrum werden hochwertige Schafwollteppiche von Hand gewebt.

Endfertigung: Die Teppiche werden hier geendelt.

Verkaufsraum: In dem kleinen aber feinen Laden können hauseigene Erzeugnisse ebenso erstanden werden wie Woll- und Naturprodukte aus dem Alpenraum.

Gut zu wissen, wo es herkommt

Regionalität und Transparenz in Bezug auf die Herkunft stehen bei der Familie Regensburger an erster Stelle. Ein Rohstoff muss nicht um die ganze Welt reisen, wenn die Region uns so viel Gutes gibt. „Wir wissen bei all unseren Produkten, wo sie herkommen. Wir kennen unseren Stricker aus dem Passaiertal ebenso wie unseren Seifensieder aus Innsbruck“, erklärt Joachim. „Für unsere Teppiche verwenden wir nur Wolle vom Tiroler Berg- und Steinschaf.“ Aus der Region, für die Region. 

Es gibt einfach wenig schwarze Schafe - mit vier Beinen

Schwarze Schafe sind Mangelware

Naturwolle gibt es in den Farben Braun, Weiß, farblich gemischt und Naturschwarz. Letztere ist jedoch äußerst selten. „Es gibt halt einfach wenig schwarze Schafe – mit vier Beinen“, schmunzelt Joachim. „Wenn wir sie hätten, könnten wir ganz leicht 2000 kg schwarze Wolle verkaufen!“ Neben den Naturfarben ist jedoch auch bunte Wolle erhältlich. Dafür schickt Familie Regensburger die Naturwolle in die Färberei ihres Vertrauens nach Deutschland – und erhält wunderschöne bunte Schafwolle in allen möglichen Farbtönen retour.

Hochqualitative Teppiche – von Hand gewebt

Große Webstühle stehen mitten im Raum. Mit schnellen und sicheren Bewegungen führt die Weberin ihr Handwerk aus und erstellt wunderschöne handgewebte Teppiche, ganz nach dem Wunsch der Kundschaft. Ob mit Farbverlauf oder ohne, ob in Grün oder in Naturweiß – jeder Wunsch kann im Schafwollzentrum umgesetzt werden. Anschließend werden die Teppiche per Hand abgekettelt und fertiggestellt.

Ein Laden voller Wollprodukte

Im hauseigenen Laden verkauft die Familie Regensburger sowohl ihre handgemachten Teppiche, den Wollfilz und die Filzgarne als auch ausgewählte Produkte ihrer Kunden, die die Wolle im Schafwollzentrum aufbereiten lassen. Nach der Führung darf gestöbert werden: Ob Wolle zum Filzen, kuschelweiche Socken, Strickgarn, liebevoll gestaltete Untersetzer aus Filz, handgewebte Teppiche oder dekorative Schals – hier kann nach Herzenslust eingekauft werden.

Regensburger GmbH
Lehnpuit 2 – 4
A – 6441 Umhausen

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 08.00 bis 18.00 Uhr
Mittwoch: 08.00 bis 12.00 Uhr
Samstag: 09.00 bis 12.00 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung

Sie möchten an einer Führung teilnehmen?
Jeden Donnerstag um 14.00 Uhr haben Sie die Möglichkeit dazu! Bitte melden Sie sich bei der Familie Regensburger an unter info@regensburger.eu oder 0043 5255 5293

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