Der Obergurgler Zirbenwald: Natur, die Wirkung zeigt

Die Landschaft Tirols fasziniert bereits beim ersten Anblick. Grobe Felsen und imposante Berge vermitteln einen rauen Eindruck, tiefgrüne Wälder und mystische Moore verzaubern mit einem Hauch wilder Romantik. In Obergurgl, einem Ort und Naturidyll im Ötztal, befindet sich ein ganz besonderes Schmuckstück: der Obergurgler Zirbenwald.

Altehrwürdige Nadelbäume mit dicken Wurzeln ragen gen Himmel, im Dickicht darunter wuseln tierische Waldbewohner. Und mitten durch diese Naturschönheit schlängelt sich ein Pfad, der Wanderer auf eine Reise durch das atemberaubende Stück Land führt.

Fakten zum Obergurgler Zirbenwald

  • Lage: auf 1.950 bis 2.100 Metern Seehöhe
  • Größe: rund 20 ha
  • über 300 Jahre alte Zirben
  • 1880 wurde der Wald durch einen Brand fast vernichtet

  • Erlebnisweg: 2,1 km lang
  • 13 Schautafeln informieren zum Wald und seinen Bewohnern
  • lettersteig: 400 m lang
  • gilt seit 1963 als Naturdenkmal

Wanderung durch den Zirbenwald: Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

Von Obergurgl aus Richtung Steinmannbahn gelangt man zum Start des Zirbenwald-Lehrpfads. Der Weg führt an knorrigen alten Zirben und jungen Trieben vorbei, unter duftenden Zirbenzapfen und tiefgrünen Nadeln hindurch, über markante Wurzeln und wucherndes Moos. Teils stiegt der Weg an, teils verläuft er eben. Der Blick wandert über die imposanten Baumriesen zu den fernen Berggipfeln und der rauen Naturlandschaft mit ihren schroffen Felsen und tosenden Wasserfällen. Über dem Kopf fliegen die Tannenhäher hinweg, vor den Füßen kreuzen faszinierende Krabbeltiere den Weg. Eine Wanderung durch den Zirbenwald ist vor allem eines: eine einzigartige Entdeckungsreise.

Der Duft der Zirbe – auch im Wald allgegenwärtig?

Ist von der Zirbe die Rede, denkt ein jeder sofort an den unverkennbar würzigen Duft des Holzes. Doch ist dieser auch im Wald zu vernehmen? Nicht wirklich. Denn der typische Zirbenduft findet erst nach der Bearbeitung des Holzes seine volle Entfaltung. Wer bei einem Ausflug in den Zirbenwald also den markanten Geruch erwartet, der wird enttäuscht. Statt des Zirbenduftes atmen Sie im Obergurgler Zirbenwald aber wunderbar klare und frische Bergluft.

Der „Zirmgratschen“: die Mutter der Zirbenwälder

„Zirmgratschen“ ist tirolerisch und bezeichnet den Tannenhäher. Der Vogel, der aus den sibirischen Nadelwäldern stammt, hat in den kühlen Alpen eine zweite Heimat gefunden. Er ist unüberhörbar – denn mit seinem lauten „Ratschen“ fliegt er stets zwischen den Bäumen umher. Die Nüsse der Zirbe sammelt der Tannenhäher und legt sich im Waldboden einen Wintervorrat an. Diesen plant er überaus großzügig – daher bleiben einige Nüsse stets im Boden vergraben. Damit sorgt er für steten Nachwuchs im Zirbenwald und hält ihn dadurch am Leben.

Die besondere Wirkung des Zirbenwaldes

Zirbenholz, verbaut in Bauernstuben und Schlafzimmern, sagt man eine beruhigende und wohltuende Wirkung nach – schuld sind die Inhaltsstoffe des Holzes, die bei der Verarbeitung freigesetzt werden. Im Zirbenwald sind diese zwar nicht zu spüren, dennoch tut eine Wanderung durch den Zirbenwald Körper und Seele gleichermaßen gut. Denn: Sie bewegen sich, atmen die frische Ötztaler Luft, gönnen dem Kopf eine Auszeit und erleben die wunderbare Tiroler Landschaft hautnah. Und genau das alles ist es wert, den Zirbenwald per pedes zu erkunden.

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