Eine Reise in die Vergangenheit des Ötztals

Knarzendes Holz. Rauer Stein. Vergilbtes Papier. Ein modriger Duft liegt in der Luft, durchzogen von einem leichten Raucharoma. Der Paarhof ist das Herzstück des Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseums. Hier werden wir von Christian, der Seele des Museums, empfangen, der sich voller Herzblut um die historischen Bauten kümmert. Warum er das tut? Das ist unter anderem eine persönliche Geschichte, wie er uns bei einem Besuch erzählt.

Hautnah die Vergangenheit erleben

Die Mode vergangener Jahrhunderte. Fromme Heiligenstatuen. Historische Werkzeuge. Geschichtsträchtige Bücher. Kleine, handgemachte Kinderschuhe aus Leder. Im Ötztaler Heimatmuseum, speziell im Mittelflurhaus, lassen Relikte längst vergangener Zeiten die damalige Lebensart erahnen. Erleben Sie, wie die Menschen früher im Ötztal lebten, wohnten, schliefen, aßen, wie sie kochten, arbeiteten, lernten und sich die Zeit vertrieben. In den Sommermonaten wird sogar alle 14 Tage Brot nach Originalrezept – also ganz wie früher – gebacken.

Eine Verbindung zu den alten Gemäuern

Christian ist der Museumswart des Ötztaler Heimatmuseums und kümmert sich seit nun bereits fünf Jahren um die altehrwürdigen Gebäude. Mit viel Liebe pflegt er die Ausstellungsräume, empfängt Gäste, gibt Führungen durchs Museum und steht für Fragen und nette Gespräche stets zur Verfügung. Der sympathische Tiroler hat jedoch eine ganz besondere Beziehung zu dem Haus: „Bis Mitte des Jahrhunderts hat ein Teil meiner Vorfahren noch hier in diesem Haus gewohnt“, erzählt Christian und zeigt auf das Mittelflurhaus. Daher liegt ihm der Erhalt der alten Gemäuer umso mehr am Herzen. „Außerdem ist es einfach ein Teil unserer Geschichte, der ganzen Ötztaler Geschichte“, fügt er noch hinzu.

Ich habe eine persönliche Verbindung zum Museum

Historie trifft Moderne

„Die Menschen wollen wieder ein bisschen zurück zum Ursprung – genau darum begrüßen wir Gäste allen Alters und aller Nationen, die auf der Suche nach dem stressfreieren Leben früherer Zeiten sind.“ Doch nur in der Vergangenheit zu leben ist auch nicht das Wahre. Darum wird im Ötztaler Heimatmuseum gekonnt Historisches mit Modernem verbunden. In wechselnden Ausstellungen werden unter anderem Künstler der Region vorgestellt – die das Museumsangebot ideal ergänzen. Und im Gedächtnisspeicher finden Seminare und Vorträge statt. Die Verbindung aus Alt und Neu kommt bei den Gästen gut an – und liefert Informationen über die Vergangenheit in moderner Ausführung.

Originalität im Fokus

Das Ötztaler Heimatmuseum ist einzigartig: Die Häuser sind allesamt Originalbauten und befinden sich an den Originalschauplätzen. Und nicht nur die Häuser, auch die Ausstellungsstücke sind allesamt echt. „Besonders beeindruckt sind unsere Gäste von den vielen Originalen, die die Zimmer und Schaukästen unseres Museums füllen“, erläutert Christian. Woher die prachtvollen Zeugen der Vergangenheit kommen? „Bei Hausentrümpelungen und bei der Erbübernahme von alten Häusern finden die Bewohner der Region immer wieder Dinge aus der Vergangenheit. Diese bringen Sie zu uns – manche davon sind wertvolle Überbleibsel, andere einfach nur alte Sachen.“ Und dank der vielen Tiroler, die immer wieder Fundstücke zum Museum bringen, wird es stets mit neuen Erinnerungen an die früheren Tage gefüllt.

Sehenswertes im Ötztaler Heimatmuseum

  • Mittelflurhaus: Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert ist der Kern des Heimatmuseums.
  • Backofen: Unweit des Mittelflurhauses steht der Backofen, in dem noch immer frisches Brot gebacken wird.
  • Pfostenspeicher:  Das Holzgebäude wurde in früheren Zeiten als Vorratsspeicher genutzt.
  • Stall, Stadel: Die beiden Gebäude wurden 1618 erbaut und beherbergen heute zahlreiche Ausstellungsstücke aus der früheren Landwirtschaft.
  • Die Säge: Das Alter der vom Lehnbach angetriebene Säge ist nicht bekannt – 1827 soll sie aus der „Dorfer Au“ an den Lehnbach verlegt worden sein. 
  •  Die Mühle: Die Stockmühle, erbaut um 1700 wurde 1945 renoviert und anschließend dem Museum überlassen.
  • Blockhaus: Hier erhalten Sie einen Einblick in die Wohnsituation vergangener Zeiten.
  • Pluil: Mit einem oberschlächtigen Zellenschaufelrad, einer Daumenwelle und zwei Lärchenbäumen wurde früher Flachs gebrochen.
  • Die Schwinghütte: Der „Schwinger“ war Schauplatz der Flachsverarbeitung.
  • Lehn 23b: Das „Schmiedlas Haus“ wurde 2005 erworben und umgebaut: Die sehr alten Gemäuer mit spätgotischen Elementen wurden durch moderne Bauelemente ergänzt – so entstand der Gedächtnisspeicher Ötztal, der Ausstellungsfläche, Vortrags- und Seminarraum, Archiv sowie Shop und Garderobe zugleich ist. 
  •  Handwerksvorführungen: Sägen, Brotbacken, Flachsbrechen… Altes Handwerk wird im Ötztaler Heimatmuseum wieder zum Leben erweckt.

Wissenswertes zum Ötztaler Heimatmuseum

Ötztaler Heimatverein mit Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum
Lehn 24
A-6444 Längenfeld

Telefon: (+43) 05253-5540 oder (+43) 0664-9102321
Email: info@oetztal-museum.at
Web: www.oetztal-museum.atwww.gedächtnisspeicher-ötztal.at

Öffnungszeiten: 

von 1. Juni bis 30.September
Montag bis Freitag: 10.00 bis 12.00 Uhr + 14.00 bis 17.00 Uhr
Sonntag: 14.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Feiertage: geschlossen!

zusätzliche Öffnungszeiten im Mai + Oktober
Dienstag + Donnerstag: 10.00 bis 12.00 Uhr + 14.00 bis 16.00 Uhr

Anmeldung für Gruppenbesichtigungen auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich.

Preise:

Normaltarif: 5,- €
Senioren: 4,- €
Kinder (von 6 bis 14 Jahren) & Schulgruppen: 1,- €
Familien-Karte: 8,- €

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