Mit rasierten Beinen und ‚Atemlos‘ über den Grossglockner

Ein Asphaltstreifen bis zum Horizont. Die Sonne brennt auf der Haut. Die Hände umklammern den Lenker, die Beine treten in die Pedale. Alles rundherum wird ausgeblendet, das Ziel ist klar vor Augen. Auf dem einen Ohr weist der Navigator den richtigen Weg, im anderen Ohr erklingt Musik – je nach Laune Helene Fischer oder ACDC. Patric Grüner ist Extremradsportler, spezialisiert auf Langstrecken. Sekundenschlaf, Nahrung in Breiform und spezielle Motivationshilfen bestimmten sein Leben.

Patric hat glattere Beine als so manche Dame.

Auf Pressbildern von Radrennen fallen oftmals die Beine der Radfahrer auf, die so glatt sind, dass so manche Dame grün wird vor Neid. Denn der Mythos stimmt: Radfahrer rasieren sich die Beine! Der Grund dafür ist jedoch nicht die vielzitierte „Windschnittigkeit“ – Patric erklärt, dass die rasierten Beine einerseits mit Unfällen und andererseits mit den Beinmassagen zu tun haben. Beim Massieren ziept es nämlich, sind die Beine behaart. Und da Patric mehrmals pro Woche massiert wird, vermeidet er das durch die Beinenthaarung. Ebenso verhält es sich bei Unfällen mit dem Fahrrad: Denn Wunden an den Beinen können wesentlich besser verheilen, wenn keine lästigen Haare die Wunde überwuchern.

Radsportler Patric Grüner aus Längenfelden
Patric Grüner, Profi-Radsportler
Längenfelder Profisportler Patric Grüner

Helene Fischer, Sascha Grammel und „Narrisch Guat“ bringen Patric ans Ziel

Stundenlang am Fahrrad zu sitzen kann auf Dauer ganz schön langweilig sein. Genau deshalb hat Patric stets eine Auswahl an diverser Musik und Comedy-Programmen dabei. Von Narrisch Guat über Sascha Grammel bis hin zu Musik von ACDC und Helene Fischer ist alles mit dabei. Motivationstief? Dann lädt Patric seine Energiereserven mit Hörspielen der schrulligen Handpuppe von Sascha Grammel „Frederic Freiherr von Furchensumpf“ wieder auf. Motivationshoch? Das lässt er das Hochgefühl mit Schlagern von Helene Fischer lange anhalten – bei der Überquerung des Großglockners hat er sie etwa gerne im Ohr. Ein eigens gekauftes Witzebuch lässt ihn ebenfalls Tiefpunkte überwinden: Seine Freundin, die stets im Navigationsauto sitzt, liest ihm dann ein paar lustige Zeilen daraus vor.

Patric muss ans Essen – überwiegend Kartoffelpüree – erinnert werden.

Eine Butterbreze kann man während des Radfahrens doch wunderbar knabbern, oder nicht? Nein. Patric folgt bei seinen Rennen einem strengen Essensplan. Dieser sorgt dafür, dass er die Energie bekommt, die er für die Strecke benötigt. Doch einfach mal anhalten und essen ist nicht drin. Gegessen wird am Fahrrad, und zwar Nahrung in Breiform, vor allem Katroffelbrei, oder Flüssignahrung. So lustig das für einen Außenstehenden klingt: Für Patric ist dies essentiell und erfolgsbestimmend. Zum Trinken gibt es 1,5 Liter Flüssigkeit pro Stunde. Und auch, wenn Patric keine Lust hat etwas zu essen: Er muss und wird von seinem Team dazu gedrängt. Denn er selbst ist so sehr auf das Radfahren und das Ziel fokussiert, dass er solche Dinge ausblendet und selbst nicht mehr entscheiden kann, ob er was zu essen braucht oder nicht.

Schnee statt Asphalt

Patric trainiert natürlich viel. Doch im Winter ist Radfahren nicht wirklich möglich – da weicht er dann gerne aufs Skitourengehen aus. Das Training wird dabei so manches Mal zum Genuss, wie man im folgenden Video sehen kann.

Langstreckenradfahrer haben es nicht leicht. So aufregend manche Aspekte des Extremsports auch klingen, tägliche und harte Arbeit haben Patric dorthin gebracht, wo er heute steht – oder besser gesagt: fährt.

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